Ein (Mini)-Elternführerschein
Erziehen ist nicht kinderleicht. Jeden Tag werden wir von unseren Kindern aufs Neue gefordert – nicht umsonst fühlen wir uns manchmal überfordert und verunsichert. Erziehung bedarf viel Energie, Durchsetzungs- und Einfühlungsvermögen und Mut. Leider gibt es kein Patentrezept für eine gelungene Erziehung.

Im folgenden ein paar „Regeln“, die als „Basis“ bei der Erziehung dienen können.

 1. Stichwort: „Liebe“

Wir alle lieben unsere Kinder und wollen das Beste für sie. Liebe bedeutet nicht, alle kindlichen Bedürfnisse und jeden Wunsch zu erfüllen. Liebe bedeutet Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit. Liebe bedeutet auch ein Kind so zu akzeptieren, wie es ist. Mein Kind ist auch dann liebenswert, wenn es nicht das „schönste, beste und klügste“ ist. Kinder nehmen es auch Eltern nicht übel, wenn mal „nein“ gesagt wird. Und Liebe bedeutet auch Loben. Lob nicht nur für Höchstleistungen des Kindes, sondern auch für Selbstverständlichkeiten.

 2. Stichwort: „Konsequenz“

Konsequentes Erzieherverhalten ist wichtig - und unendlich schwer. Kinder haben nun mal die besseren Nerven als Eltern, viel mehr Geduld und unendlich langen Atem, um sich durchzusetzen. So ist es nur verständlich, dass Eltern oft nachgeben. Nicht verzweifeln – Inkonsequenz gehört zum Erzieheralltag. Wichtig ist es, sich als Eltern immer neu zu motivieren, beim nächsten Mal doch konsequenter zu sein. Und hat man das geschafft, darf man sich auch selbst loben und stolz auf seine Erzieherqualitäten sein.

 3. Stichwort: „Perfekte Erziehung“

Die kann es nicht geben! Fehler gehören zum Menschen. Wir als Eltern machen Fehler, gestehen wir aber dann auch unseren Kindern zu, Fehler machen zu dürfen. Kinder können uns zugegebener Weise provozieren, blamieren, kränken. Fehlverhalten zu dramatisieren ist Energieverschwendung. Besser ist es Lösungen zu finden und positive Seiten des Kindes zu erkennen. Und die hat jedes Kind!

 4. Stichwort: „Grenzen setzen“

Zur Erziehung gehören Regeln und Grenzen. Verständlich, dass Kinder manchmal probieren, Grenzen zu überschreiten. Dann müssen sie auch die Konsequenzen tragen! Es genügt übrigens, Regeln einmal zu erklären; langwierige Diskussionen sind bei Kleinkindern nicht nötig, man überfordert sie nur.

Und zu guter Letzt: den Humor nicht vergessen!

Mit und über Kinder zu lachen hilft auch, manche Konflikte zu entschärfen.

Rosemarie Neugrodda-Biehl, Diplompsychologin

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