Schreibabys
Was ist normal?
Schreien ist ein normales Verhalten von Babys. Durch das Schreien macht das Baby auf seine Bedürfnisse aufmerksam. Babys drücken mit Weinen und Quengeln ihr Unwohlsein aus. Normalerweise weinen Babys kurz nach der Geburt noch wenig, dies steigt aber bis zur 6. Lebenswoche an. In den ersten 3 Monaten schreien Babys durchschnittlich 2 Stunden pro Tag, meist am späten Nachmittag oder in den frühen Abendstunden. Danach reduziert sich das Schreien auf durchschnittlich 1 Stunde pro Tag, meist am frühen Abend.
Wenn ein Baby jedoch täglich sehr viel schreit, d.h. mindestens 3 Stunden täglich, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen und dies über mindestens 3 Wochen, dann reden die Experten von Schreibabys.
 
Früher ging man davon aus, dass die Ursache für dieses lange und intensive Schreien eine Unreife des Verdauungstraktes und dadurch auftretende Blähungen sind. Inzwischen gibt es Hinweise, dass noch andere Faktoren eine Rolle spielen müssen. Nur bei 11% der Schreibabys wurden wirklich Verdauungsprobleme und Bauchschmerzen festgestellt (Hofacker 1998). Die moderne Säuglingsforschung vermutet, dass eine verzögerte Anpassung dieser Babys an die Bedingungen außerhalb des Mutterleibes ein Grund ist.
Wenn ein Baby auf die Welt kommt, muss es sich erst an die neue Umgebung gewöhnen und für uns selbstverständliche Dinge lernen. Viele Babys finden sich relativ schnell zurecht, können ihre Bedürfnisse deutlich zeigen und die Eltern können schnell und angemessen darauf reagieren und das Baby trösten. Dann klappt das Zusammenspiel zwischen Baby und Mutter (oder Hauptbezugsperson) gut, die Babys finden schnell ihren Rhythmus und sind in der Lage abzuschalten, wenn zuviel auf sie einstürmt. Diese Säuglinge können sich weitgehend selber beruhigen und regulieren, z.B. indem sie den Daumen oder ihre ganze Hand in den Mund stecken und daran saugen.
Aber einige Kinder schaffen dies nicht so gut. Sie sind häufig überreizt, schlafen tagsüber zu wenig, können nicht gut abschalten und reagieren sehr empfindlich auf Ortsveränderungen. Oft zeigen sie auch eine erhöhte Schreckhaftigkeit und lassen sich schwer trösten. Wenn ein Baby übermäßig viel weint, verursacht dies bei den Eltern meist zunehmende Nervosität und gibt ihnen ein Gefühl der Überforderung. Sie werden hektisch und versuchen ganz viel(meist ohne Erfolg) oder wechseln die Beruhigungsmethoden so schnell, dass der gewünschte Effekt ausbleibt.
Hier gilt: Weniger ist manchmal mehr!
 
Wissenswertes über Babys:
Was kann Schreien bedeuten?
  • Hunger
  • Durst
  • Schmerzen
  • Unwohlsein (z. B. die Windel ist voll, es ist zu kalt oder zu warm, etwas engt das Baby ein oder zwickt es ...)
  • Langeweile
  • Kontaktbedürfnis
  • Es ist zuviel, das Baby braucht Ruhe
 
Wie kann man ein Baby beruhigen?
  • Anschauen, ihm das vertraute Gesicht zeigen
  • Ansprechen, langsamer und abfallender Ton
  • Hand auf den Bauch legen
  • Abwärts streicheln
  • Ärmchen und evtl. Beinchen in der Mitte des Körpers zusammenführen
  • Eigenen Daumen zum Mund führen
  • Füßchen mit der Handfläche abstützen
  • Hochnehmen
  • Leicht schaukeln
  • Schnuller geben
  • Tee in der Trinkflasche geben
 Wichtig ist:
Wenn das Baby vielleicht gerade Ruhe und Schlaf benötigt, sollte man nicht ständig etwas Neues zur Beruhigung versuchen und z. B. oft die Haltung des Babys wech­seln, sondern lieber eine Sache länger ausprobieren (mind. 1-2 min.).
Außerdem dürfen Sie das Baby nie schütteln. Babys sind aufgrund des über­proportional großen Kopfes und der schwachen Nackenmuskulatur sehr verletzlich, wenn sie heftigen Bewegungen ausgesetzt sind und die Gefahr eines Schüttel­traumas, welches lebenslange Schäden bis hin zum Tod nach sich führen kann, ist groß!
 
 
Was braucht ein Baby?
  • Liebevollen Kontakt mit Menschen; das Baby schaut sehr gerne Gesichter an, besonders die von Mama und Papa
  • Körperkontakt, gestreichelt und getragen werden, schmusen ...
  • Sprache; das Baby liebt es, angesprochen zu werden, wenn auf seine Töne rea­giert wird, dass ihm Dinge gezeigt und erklärt werden ...
  • Zuverlässigkeit; dass immer relativ schnell jemand kommt, wenn es schreit und nach ihm schaut
  • Geborgenheit, Liebe, jemand der sich um das Baby kümmert
  • Spielen, am liebsten mit jemandem zusammen
  • Kontrolle, ob es gesund ist und sich richtig entwickelt -> Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt
  • Versorgung mit Nahrung, angemessene Kleidung, Pflege usw. ...
 
Wie zeigt ein Baby, was es braucht?
Wenn es ihm zuviel ist und es Ruhe, Beruhigung braucht:
  • weg schauen, den Kopf weg drehen
  • schnellere Atmung
  • es überstreckt sich
  • es fuchtelt mit Ärmchen und Beinchen
  • es hat einen glasigen Blick
  • manchmal bekommt es dann einen Schluckauf
  • es spannt die Händchen zu Fäusten
  • die Haut bekommt rote Flecken
  • es quengelt
  • es schreit
 Wenn es weiter Anregung und Unterhaltung will:
  • es hält und sucht Blickkontakt
  • es reagiert auf Töne und Mimik und macht diese evtl. nach
  • es wirkt entspannt
  • es lacht, zeigt dass es ihm Spaß macht
  • wenn es ihm langweilig ist, quengelt oder schreit es auch
Was brauchen die Eltern?
Der Übergang vom Paar zu einer Familie ist eine große Herausforderung. Für die Paarbeziehung bleibt dann oft keine oder wenig Zeit und Energie übrig.
Umso wichtiger ist es, auf folgendes zu achten:
          Zeit für Zweisamkeit planen und reservieren
  • Unterstützung von Freunden oder der Familie (z.B. Hilfe im Haushalt, Baby­sitten) annehmen. Diese Zeit für Schlaf oder Erholung nutzten.
  • Zeit einplanen, die jede(r) für sich alleine hat (z.B. zur Ausübung von Hobbys, oder Treffen von Freundinnen)
  • Sich gegenseitig Anerkennung geben für die Leistung die tagtäglich vollbracht wird, sowohl im Beruf/ bei der Arbeit, als auch zuhause bei der Kinderbetreuung und im Haushalt.
  • Verständnis aufbringen für die Müdigkeit aufgrund des nächtlichen Schlafmangels.
  • Gelassenheit, dass der Haushalt nicht mehr perfekt sein kann.
  • Austausch mit anderen Eltern.
  • Klare Absprachen zwischen den Eltern, bzgl. der Aufgabenteilung und Freizeit­gestaltung.
  • Zuversicht, dass Sie immer besser in die neuen Aufgaben hineinwachsen.
 
Wichtig ist:
Wenn Sie in der neuen Situation unsicher sind, Fragen zu Ihrem Baby haben oder Unzufriedenheit mit Ihrer Paarbeziehung spüren, trauen Sie sich, Hilfe zu holen. Oft reichen wenige Gespräche um gemeinsam gute Lösungen zu finden.
 
Angela Dieterich, Lebensberatung Bitburg, Josef-Niederprüm-Str. 14, 54636 Bitburg
Tel.: 06561-8987, Anmeldezeit tägl. zwischen 12.00-13.00 Uhr
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